Hamburg bietet dir eine Vielfalt, die sich nur an wenigen deutschen Städten findet: historische Lagerhäuser auf Pfählen, moderne Konzertarchitektur aus Glas, alte Tunnel unter der Elbe und weitläufige Wasserflächen mitten im Zentrum. Die Stadt ist dicht besiedelt und trotzdem grün, sie hat Hafencharakter und Villen am Seeufer, Nachtleben auf St. Pauli und ruhige Parks mit japanischen Gärten.
In diesem Artikel findest du zwanzig Orte, die einen Besuch lohnen, mit allen praktischen Informationen, die du für die Planung brauchst. Die Auswahl reicht von Aussichtsplattformen über Museen und Schiffe bis zu Spazierstrecken am Wasser. Öffnungszeiten, Preise und Adressen stehen in den Datenboxen, die Texte konzentrieren sich auf das, was du vor Ort tatsächlich siehst und erlebst.
1. Elbphilharmonie
Die Elbphilharmonie Hamburg erhebt sich auf dem alten Kaispeicher A im Hafen und verbindet backsteinfarbenen Sockel mit einer wellenförmigen Glaskonstruktion, entworfen von Herzog & de Meuron. In der achten Etage liegt die Plaza, eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, die einen 360-Grad-Blick auf Hafen, Elbe und Innenstadt bietet. Der Zugang ist kostenlos, du benötigst aber ein Zeitfenster-Ticket, das du am Eingang holst oder vorab online buchst. Eine Online-Reservierung hilft, Wartezeiten zu vermeiden.
Vom Eingang führt eine langsam steigende, geschwungene Rolltreppe nach oben. Die Fahrt dauert mehrere Minuten und folgt einer Kurve durch das Gebäude. Auf der Plaza kannst du außen komplett herumlaufen, in alle Richtungen fotografieren und das Café nutzen. An klaren Tagen reicht die Sicht weit über die Stadt, bei Wind oder im Winter kann es auf der offenen Plattform kühl werden. Die Plaza ist bis Mitternacht geöffnet.
Die beiden Konzertsäle sind nur bei Veranstaltungen oder über Führungen zugänglich. Führungen können bis zu acht Wochen im Voraus online gebucht werden. Es gibt eine Standardführung mit bis zu 30 Teilnehmern und eine barrierefreie Variante ohne Treppen, bei der die Gruppe auf 15 Personen begrenzt ist und Aufzüge genutzt werden. Beide Touren führen durch die Säle, Foyerbereiche und Künstlergarderoben.
Der große Konzertsaal erstreckt sich von der achten bis in die 16. Etage und bringt entsprechend viele Stufen mit sich. Die Akustik ist auf die Plätze abgestimmt, allerdings berichten Besucher von den höheren Rängen der siebten Etage, dass man dort hauptsächlich die Rücken der Musiker sieht und der Klang sich verändert, wenn sich jemand wegdreht. Die Sitze werden als bequem beschrieben, die Beinfreiheit als etwas knapp. Im gesamten Gebäude gilt Rauchverbot, auch im Außenbereich der Plaza. Ein Parkhaus ist vorhanden, jede angefangene Stunde kostet sechs Euro. Es gibt einen rollstuhlgerechten Eingang, Parkplatz und WC, Wickeltische sind ebenfalls vorhanden. Die Elbphilharmonie ist das höchste Gebäude Hamburgs. Es ist geplant, den bisher kostenlosen Zugang zur Plaza künftig kostenpflichtig zu machen.
2. Alter Elbtunnel
Der Alte Elbtunnel führt seit 1911 rund 426 Meter unter der Elbe hindurch und verbindet die Landungsbrücken mit Steinwerder in etwa 24 Metern Tiefe. Ursprünglich gebaut für Hafenarbeiter, die schnell zu den Werften gelangen mussten, ist der Tunnel heute rund um die Uhr für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, der Zugang ist kostenlos. Bis 2019 war die Röhre sogar für Autos befahrbar, die historischen Fahrstühle wurden seitdem ausschließlich für Personen und Fahrräder umgerüstet.
Die Wände sind mit rund 400.000 Keramikfliesen verkleidet, die bei der Sanierung restauriert wurden. An einigen Stellen findest du dekorative Reliefs mit Fischen und Seesternen. Der Tunnel ist sauber und gut gepflegt, die Atmosphäre kühl, was an heißen Tagen angenehm ist. Allerdings solltest du auf Radfahrer achten, die den Tunnel teils als Rennstrecke nutzen. Du erreichst die Tunnelebene entweder über die historischen Fahrstühle, die noch aus der Bauzeit stammen, oder über die Treppe.
Auf der Steinwerder Seite angekommen, hast du einen guten Blick auf den Hamburger Hafen und die Skyline. Dort stehen ein Container mit öffentlicher Toilette und ein kleiner Snack-Stand, mehr Infrastruktur gibt es an dieser Seite nicht. Der Alte Elbtunnel steht seit 2003 unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Zeugnis der Ingenieurskunst des frühen 20. Jahrhunderts. Die Sanierung hat den ursprünglichen Charakter erhalten, gleichzeitig wirkt alles heller und sicherer als früher. Das Sicherheitspersonal vor Ort ist freundlich und hilfsbereit. Ein rollstuhlgerechter Eingang und Aufzug machen den Alten Elbtunnel auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Parken in der Nähe ist möglich, allerdings gebührenpflichtig.
3. Rathaus
Das Hamburger Rathaus steht zentral am Rathausmarkt und zeigt eine detailreiche Neorenaissance-Fassade mit Skulpturen, Verzierungen und einem markanten Turm. Das Gebäude lässt sich bereits von außen ausführlich betrachten, da die Gestaltung sehr aufwendig ist. Der Innenhof mit dem Hygieia-Brunnen ist frei zugänglich und bietet eine ruhigere Atmosphäre als der belebte Platz davor. Gelegentlich finden im Rathaus Trauungen statt, sodass man mit etwas Glück Traugesellschaften beobachten kann.
Für einen tieferen Einblick werden geführte Touren durch die historischen Räume angeboten, die etwa eine Stunde dauern und durch den großen Festsaal, die Treppenhäuser und weitere Räume führen. Die Führungen kosten 8 Euro, mit der Hamburg Card 6 Euro. Die Guides erklären Architektur, Geschichte und die politische Arbeit im Rathaus, einige Besucher berichten von humorvollen Guides, die politische und historische Zusammenhänge lebendig vermitteln.
Der Rathausmarkt ist zentral gelegen und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Busse fahren im Minutentakt vorbei, die nächsten U- und S-Bahn-Stationen sind in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Rund um den Platz gibt es Cafés und Geschäfte. In der Weihnachtszeit findet hier ein Weihnachtsmarkt statt, der das Rathaus als Kulisse nutzt. Am Abend wird die Fassade beleuchtet, was viele Fotografen anzieht. Das Gebäude ist barrierefrei zugänglich, es gibt einen rollstuhlgerechten Eingang, Parkplätze und Toiletten. Parken im Umfeld ist gebührenpflichtig. Der Blick vom Rathausmarkt auf die Alster ist nur wenige Meter entfernt.
4. Miniatur Wunderland
Das Miniatur Wunderland zeigt die größte Modelleisenbahnanlage der Welt mit nachgebauten Städten, Landschaften und Bergen aus verschiedenen Kontinenten auf über 1.500 Quadratmetern. Durch die Miniaturwelten fahren mehr als tausend Züge, die Abschnitte umfassen unter anderem Monaco, Rio de Janeiro, Italien und verschiedene deutsche Regionen. Die Anlage wird stetig erweitert, neue Abschnitte kommen regelmäßig hinzu.
Jeder Abschnitt ist bis ins kleinste Detail gestaltet. Lichteffekte simulieren Tag und Nacht, Züge und andere bewegliche Elemente bringen Leben in die Landschaften. In den Miniaturwelten gibt es tausende kleine Szenen zu entdecken, darunter auch humorvolle Elemente, die zum Schmunzeln bringen. Viele Besucher berichten, dass sie mehrere Stunden benötigen, um auch nur annähernd alles zu sehen. Sechs bis acht Stunden Aufenthalt sind keine Seltenheit, manche planen gleich zwei Besuche ein.
Das Miniatur Wunderland ist weitgehend barrierefrei, allerdings liegen die Plattformen in etwa 1,20 Meter Höhe. Für Rollstuhlfahrer kann das Geländer die Sicht einschränken. Die Wegführung innerhalb der Ausstellung wird gelegentlich als nicht ganz klar beschrieben, vor allem für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Es gibt mehrere Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Bistros, die Gastronomie wird als fair bepreist bezeichnet.
Tickets solltest du am besten vorab online buchen, um Wartezeiten zu vermeiden. Es gibt zeitgebundene Einlasszeiten, frühe Zeitfenster am Morgen sind weniger stark frequentiert. Am späten Nachmittag und Abend wird es ruhiger, die langen Öffnungszeiten ermöglichen einen flexiblen Besuch. Für Kinder gibt es Ermäßigungen, außerdem sind Wickeltisch und Stillraum vorhanden. Das Parken ist gebührenpflichtig. Plane mindestens drei Stunden ein, besser deutlich mehr, um die Anlage in Ruhe anzusehen.
5. St. Pauli Landungsbrücken
An den St. Pauli Landungsbrücken legen ständig Fähren, Barkassen und Touristenschiffe an und ab, während im Hintergrund die Elbphilharmonie und die Hafenkräne zu sehen sind. Die Promenade verläuft auf zwei Ebenen: unten direkt am Wasser entlang, eine Ebene höher über Brücken, die die einzelnen Anlegestellen verbinden. Der Blick reicht über die Elbe zur Elbphilharmonie, auf die Kräne des Hafens und auf den Schiffsverkehr.
Von hier starten Hafenrundfahrten, die meist zwei Stunden dauern und rund 45 Euro kosten. Bei den längeren XXL-Touren werden Informationen über den Hafen, die Schiffe und die Geschichte der Stadt vermittelt. Wenn es regnet, lässt sich bei vielen Schiffen das Dach zufahren. Die St. Pauli Landungsbrücken dienen auch als Knotenpunkt für die öffentlichen Fähren, die zum HVV-Tarif fahren. Mit ihnen kommst du schnell und günstig zur Elbphilharmonie oder zum Fischmarkt und zu den Stage-Theatern auf der anderen Elbseite.
Entlang der Promenade reihen sich Imbissbuden, Restaurants und Souvenirshops aneinander. Ein großes Fischbrötchen kostet je nach Belag zwischen vier und sieben Euro, ein halber Liter Bier vom Fass liegt bei fünf bis sechs Euro. Es gibt viele Sitzmöglichkeiten, an denen du den Schiffsverkehr beobachten kannst. Gerade unter der Woche ist der Betrieb ruhiger, am Wochenende wird es deutlich voller.
Die Davidwache, die Große Freiheit und die Herbertstraße erreichst du zu Fuß in wenigen Minuten. Die St. Pauli Landungsbrücken sind mit dem rollstuhlgerechten Eingang barrierefrei zugänglich, auch rollstuhlgerechte Parkplätze sind vorhanden. Parkhäuser und Parkplätze in der Nähe sind gebührenpflichtig, Parkmöglichkeiten direkt am Ort selbst gibt es für PKW nicht. Für Roller stehen Stellplätze zur Verfügung. Bezahlen kannst du an den meisten Stellen mit Debitkarten, Kreditkarten oder mobil per NFC.
6. Speicherstadt
Die Speicherstadt erstreckt sich auf rund 26 Hektar zwischen Baumwall und Oberhafen und bildet den weltgrößten zusammenhängenden historischen Lagerhausbestand. Die rotbraunen Backsteinbauten mit ihren charakteristischen Giebeln und Türmchen stehen auf Eichenpfählen im Wasser und werden von Fleeten durchzogen, die bei Flut und Ebbe den Wasserstand verändern. Erbaut zwischen 1883 und 1927, diente der Komplex ursprünglich der Lagerung von Kaffee, Tee, Kakao und orientalischen Teppichen. Seit 1991 steht die Speicherstadt unter Denkmalschutz.
Heute beherbergen die ehemaligen Speicher Museen, Büros, Restaurants und Wohnungen. Im Speicherstadtmuseum kannst du mehr über die Geschichte der Lagerhaltung erfahren, das Miniatur Wunderland zieht vor allem Familien an, und weitere Ausstellungen widmen sich dem Hamburger Handel. Die Gänge zwischen den Gebäuden sind teilweise eng und vermitteln einen Eindruck der historischen Arbeitswelt. An vielen Fassaden sind die alten Hebevorrichtungen noch zu sehen, über die früher Schuten die Waren direkt zu den Winden der Lagerhäuser transportierten.
Über die kopfsteingepflasterten Straßen und Brücken kannst du das gesamte Areal zu Fuß erkunden. Die Straßenzüge verlaufen parallel zu den Fleeten, bei einem Rundgang fallen die spitzen Giebel, die verzierten Türmchen und die zahlreichen Brücken auf, die das Gebiet durchziehen. Abends werden die Brücken und Fassaden beleuchtet, was besonders bei Dunkelheit zur Geltung kommt.
Die Speicherstadt liegt zentral und ist sowohl vom Hauptbahnhof als auch von der Innenstadt gut erreichbar. Das Gebiet ist frei zugänglich, Museen und Attraktionen haben eigene Eintrittspreise und Öffnungszeiten. An Wochenenden und in der Ferienzeit kann es vor allem an den bekannteren Punkten voll werden. Einige Bereiche sind noch in gewerblicher Nutzung, daher sind nicht alle Gebäude von innen zu besichtigen. Die Wege sind größtenteils eben, stellenweise liegen Kopfsteine, was das Gehen anstrengender macht.
7. Planten un Blomen
Der Park Planten un Blomen bietet auf einem großen Gelände Themengärten, einen See und verschiedene Grünflächen, die zum Spazieren und Verweilen einladen. Der Eintritt ist kostenlos. Zu den Anlagen gehören ein Rosengarten, ein japanischer Garten mit Teehaus und ein Apothekergarten. Je nach Saison blühen Rosen, Glockenblumen und Seerosen. Der Park liegt direkt am Bahnhof Dammtor und ist auch von der Haltestelle Stephansplatz schnell erreichbar.
Ein zentraler Anziehungspunkt sind die Wasserlichtkonzerte, die von Mai bis September abends stattfinden. Dabei tanzen die Fontänen im Takt zur Musik und werden beleuchtet. Tagsüber laufen die Wasserspiele ohne Musik und Licht. Insgesamt ist die Anlage gut gepflegt, auch wenn nicht immer alle Wasserspiele in Betrieb sind. Der japanische Garten bietet eine ruhige Atmosphäre, wird allerdings von manchen Besuchern als weniger gepflegt wahrgenommen – es fehlen zum Teil Kois, einige Becken waren trocken. Der Apothekergarten könnte nach Meinung einiger Besucher eine Überarbeitung vertragen.
Für Familien gibt es einen großen Spielplatz mit sogenannten Bullerbergen, auf denen sich Kinder austoben können. Ein Wasserspielplatz ist vorhanden, kann allerdings an Wochenenden sehr voll werden. Der Park eignet sich auch für Kindergeburtstage. Überall sind Bänke verteilt, auf denen du dich zwischendurch ausruhen kannst. Viele nutzen die Wiesen, um mit Freunden Zeit im Freien zu verbringen.
Planten un Blomen ist ganzjährig zugänglich. Im Frühling und Sommer zeigt sich die Pflanzenpracht am deutlichsten. Der Park ist groß genug, um auch bei hohem Besucherandrang noch freie Plätze zu finden, an schönen Tagen und Feiertagen ist jedoch mit vielen Menschen zu rechnen. Gehst du von Planten un Blomen aus weiter Richtung Westen, erreichst du den Sternschanzenpark. Es gibt mehrere Cafés im Park, Toiletten sind ausreichend vorhanden. Die Parkplätze in der Umgebung sind gebührenpflichtig, sowohl an der Straße als auch auf ausgewiesenen Parkplätzen. Der Park verfügt über einen rollstuhlgerechten Eingang und Parkplatz. Bezahlen kannst du mit Debit- oder Kreditkarte.
8. Heinrich-Hertz-Turm
Der Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg ist mit 279,2 Metern Höhe der höchste Fernsehturm Norddeutschlands. Der Turm wurde zwischen 1966 und 1968 im Stadtteil St. Pauli errichtet und diente jahrzehntelang als Sendeanlage für Radio- und Fernsehprogramme. Seinen Namen trägt er nach dem deutschen Physiker Heinrich Hertz, der die elektromagnetischen Wellen nachwies. Architektonisch zeigt der Heinrich-Hertz-Turm die typische Form der 1960er-Jahre-Fernsehtürme mit schlankem Betonschaft und einer pilzförmigen Plattform.
Seit 2001 ist der Turm für die Öffentlichkeit geschlossen. Die ehemals vorhandene Aussichtsplattform in etwa 128 Metern Höhe und das drehbare Restaurant sind nicht mehr zugänglich. Ursprünglich konnte man mit zwei Aufzügen zur Aussichtsplattform fahren und hatte von dort einen weiten Blick über Hamburg und das Umland. An klaren Tagen reichte die Sicht bis weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Plattform galt als beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische und bot einen der wenigen Hochblicke auf die Hansestadt.
Nach der Stilllegung für den Publikumsverkehr blieb die technische Nutzung als Sendeturm für Radio- und Fernsehsignale bestehen. Die Stadt Hamburg plant seit Jahren, den Turm wieder für die Öffentlichkeit zu öffnen. Verschiedene Konzepte wurden diskutiert, darunter Ausstellungsflächen, Gastronomie und moderne Aussichtsbereiche. Die Sanierung verzögert sich jedoch immer wieder, konkrete Eröffnungstermine wurden mehrfach verschoben.
Von außen ist der Turm aus vielen Teilen Hamburgs gut sichtbar und dient nach wie vor als Wahrzeichen, auch wenn er aktuell nicht betreten werden kann. Wer sich für die Geschichte und die geplante Wiedereröffnung interessiert, findet gelegentlich Informationen auf den städtischen Webseiten oder in lokalen Medien.
9. Hauptkirche St. Michaelis
Die Hauptkirche St. Michaelis bietet dir mit ihrem 132 Meter hohen Turm einen Rundumblick über Hamburg, den du per Aufzug oder zu Fuß erreichen kannst. Der Turm mit Kupferdach ist weithin sichtbar und gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt. Wer die Treppen bis in den zehnten Stock nimmt, sollte eine gewisse Grundfitness mitbringen und keine Höhenangst haben. Von der Aussichtsplattform siehst du in alle vier Himmelsrichtungen über die Stadt und den Hafen. Bei klarem Wetter reicht die Sicht weit, und du kannst Fotos machen. Oben befindet sich außerdem ein Automat für Prägemünzen.
Die barocke Kirche selbst kannst du kostenlos betreten, es wird lediglich um eine kleine Spende von zwei Euro gebeten. Für den Turm und die Krypta gibt es ein Kombiticket. Die Krypta bietet Informationen zur Stadtgeschichte, unter anderem über einen Film. Der Kirchenraum selbst zeigt eine ungewöhnliche Bauform und wirkt durch die helle Gestaltung weitläufig.
Von Frühling bis Sommer ist der Turm abends zwischen etwa 18 und 22 Uhr geöffnet. Besonders zur Zeit des Sonnenuntergangs lohnt sich der Besuch, und um 21 Uhr gibt es ein Bläserkonzert in alle Himmelsrichtungen. An manchen Abenden ist ein wärmendes Getränk inklusive. Die beleuchteten Schiffe im Hafen und die nächtliche Stadtkulisse sorgen für eine andere Perspektive auf Hamburg.
Täglich um 12 Uhr findet ein kurzes Orgelkonzert mit einer Einführung durch die Pastorin und einem spirituellen Impuls statt. Das Konzert dauert an Wochentagen etwa 20 Minuten, samstags 40 Minuten. Die Hauptkirche St. Michaelis verfügt über einen rollstuhlgerechten Eingang und einen rollstuhlgerechten Parkplatz.
10. Fischauktionshalle
Jeden Sonntagmorgen füllt sich das Backsteingebäude am Elbufer mit Livemusik, während draußen der traditionelle Fischmarkt läuft. Die Fischauktionshalle wurde zwischen 1894 und 1896 im Stil einer römischen Markthalle als Lager- und Versandhalle für Fischfangprodukte errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Inzwischen dient sie als Veranstaltungsort für Messen, Konzerte und andere Events. Unter der Woche wird die Halle entsprechend anders genutzt, die Atmosphäre mit historischer Architektur und hohen Decken bleibt aber immer besonders.
Der Sonntagmorgen-Fischmarkt vor der Halle ist eine Institution seit 1703. Von April bis Oktober öffnet er um 5:00 Uhr, von November bis März um 6:00 Uhr, und endet jeweils um 9:30 Uhr. Draußen findest du an den Ständen Fisch, Obst, Gemüse und andere Waren. In der Halle selbst tritt eine Band auf und sorgt für Stimmung. Viele Besucher kommen nach einer durchfeierten Nacht hierher, tanzen zur Musik und frühstücken mit Fischbrötchen und anderen Snacks.
Die Preise für Getränke liegen bei etwa 7 Euro für ein Bier, was für die Lage und das Ambiente als moderat gilt. Besonders im Februar, außerhalb der Hauptsaison, ist der Markt weniger überfüllt und angenehmer zu besuchen. Allerdings wird in der Halle geraucht, was nicht immer unterbunden wird und für manche Besucher störend sein kann. Die Atmosphäre ist lebendig und oft ausgelassen, besonders wenn die Musik läuft und die Menge mitgeht.
Ein Parkhaus mit gebührenpflichtigen Plätzen steht in der Nähe zur Verfügung, und die Halle verfügt über einen rollstuhlgerechten Eingang. Wer einen Eindruck vom Hamburger Hafenleben bekommen möchte, sollte einen Sonntagmorgen in der Fischauktionshalle einplanen – am besten mit genug Zeit, um sowohl den Markt als auch die Musik zu erleben.
11. Jungfernstieg
Am Jungfernstieg verläuft eine Uferstraße mit Terrasse direkt an der Binnenalster, die zu den bekanntesten Orten Hamburgs zählt. Du triffst hier auf einen weiten Platz am Wasser, von dem aus du auf die Fontäne und die Segelboote blicken kannst. Die Flaniermeile ist bei schönem Wetter stark frequentiert, besonders an Wochenenden kann es voll werden. Die Terrasse am Wasser bietet etwas Abstand vom Trubel, allerdings gibt es kaum Schatten und bei Hitze wenig Rückzugsmöglichkeiten. Bänke stehen zur Verfügung, sind aber oft besetzt.
Der Jungfernstieg ist über mehrere Ladenpassagen mit dem Hamburger Einkaufsviertel verbunden. Die Alsterarkaden, die Europapassage und weitere Durchgänge führen in angrenzende Straßen und machen den Ort zu einem zentralen Punkt für Einkäufe und Bummel durch die Innenstadt. Entlang der Straße selbst reihen sich Geschäfte, Cafés und Restaurants, die teils über Außenterrassen mit Blick auf die Alster verfügen.
Vom Jungfernstieg aus starten die Alsterdampfer zu verschiedenen Rundfahrten. Die Anlegestellen liegen direkt am Ufer, sodass du von hier aus auf eine kurze oder längere Bootstour über Binnen- und Außenalster aufbrechen kannst. Die Verbindung zum öffentlichen Nahverkehr ist zentral, U-Bahn und S-Bahn halten unmittelbar unter dem Platz. Der Name geht auf eine frühere Tradition zurück, bei der junge unverheiratete Frauen hier flanierten. Heute ist der Jungfernstieg eine vielbefahrene Straße, die jedoch als Fußgängerzone teils verkehrsberuhigt ist. Wer dem Andrang ausweichen möchte, sollte frühe Morgen- oder Abendstunden wählen.
12. Museumsschiff Rickmer Rickmers
Das Museumsschiff Rickmer Rickmers ist ein Großsegler aus dem 19. Jahrhundert, auf dem du mehrere Decks erkunden und sehen kannst, wie früher auf Schiffen gelebt und gearbeitet wurde. Das Schiff liegt fest vertäut im Hamburger Hafen und wurde aufwendig restauriert. Alle Bereiche sind zugänglich, von den Kabinen über den Motorraum bis tief unter Deck. Der Rundgang führt durch verschiedene Ebenen und zeigt, wie Mannschaft und Kapitän an Bord lebten.
Die Ausstellung im unteren Deck ist interaktiv gestaltet und bietet besonders für Kinder viel zum Ausprobieren. Du kannst am Steuerrad drehen, mit Morseapparaten experimentieren oder Säcke mit Flaschenzügen hochziehen. Ein Modell zur Schiffsbeladung zeigt, wie man Gewicht ausbalanciert. QR-Codes an verschiedenen Stationen liefern Informationen zur Geschichte des Schiffs und seiner Mannschaft. Ein kurzer Film ergänzt die Ausstellung.
Für Kinder gibt es viel zu entdecken, sowohl an den interaktiven Stationen als auch beim Erkunden der verschiedenen Bereiche. Die Rickmer Rickmers bietet zudem einige Extras: An Bord befindet sich eine kleine Karaoke-Bar, und es gibt zwei Escape Rooms. Diese müssen separat gebucht werden, der Museumsbesuch ist dann aber inklusive. Im Sommer bietet eine externe Firma das Klettern in die Takelage bis auf 47 Meter Höhe an. Außerdem gibt es organisierte Schnitzeljagden, die ebenfalls separat buchbar sind.
Ein Punkt wird in den Bewertungen kritisch erwähnt: Der Bereich des Kapitäns ist gesperrt, wenn dort der Escape Room genutzt wird. Das betrifft einen Teil der Ausstellung, der sonst sehenswert wäre. Trotz dieser Einschränkung bewerten Besucher das Schiff durchweg positiv. Für Familien lohnen sich die angebotenen Familientickets, der Eintrittspreis liegt bei 7 Euro. Ein Besuch lässt sich gut mit einer Hafenrundfahrt kombinieren, da die Rickmer Rickmers direkt an den Landungsbrücken liegt. Die bewegte Geschichte des Großseglers ist gut dokumentiert und macht den Rundgang informativ.
13. Chilehaus
Das Chilehaus in Hamburg zeigt sich als monumentaler Backsteinbau aus der Zeit des Expressionismus, errichtet zwischen 1922 und 1924. Die markante Spitze nach Osten erinnert an den Bug eines Schiffes und ist zum Wahrzeichen dieser Architekturepoche geworden. Das Kontorhaus gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird heute noch als Bürositz genutzt. Das Gebäude ist öffentlich zugänglich, im Erdgeschoss befinden sich Restaurants und Geschäfte. Der Eingang ist barrierefrei gestaltet.
Die Fassade besteht aus handgesetzten Ziegeln, die durch wechselnde Steinsetzung und Glasur verschiedene Wandmuster bilden. Insgesamt hat das Gebäude 2800 Fenster. Im Inneren sind die Treppenhäuser großzügig angelegt und zeigen die Gestaltung der damaligen Zeit. Der Innenhof ist öffentlich zugänglich und lohnt einen Besuch, ebenso wie die benachbarten Gebäude im Kontorhausviertel. Du kannst das Chilehaus am besten bei einem Rundgang um den gesamten Komplex erkunden, um die verschiedenen Perspektiven auf die Architektur zu erleben. Besonders die Ostspitze zeigt die charakteristische Schiffsform deutlich.
Abends wirkt das Gebäude durch die Beleuchtung noch anders und ist für Fotografie gut geeignet. Die Station Messberg liegt in der Nähe. Aktuell kann es rund um das Chilehaus zu Einschränkungen durch Baustellen kommen, auch im Innenhof finden Bauarbeiten statt. Das kann die Erreichbarkeit und den Gesamteindruck beeinflussen. Trotzdem bleibt das Kontorhaus ein wichtiges Beispiel für expressionistische Architektur aus einer Zeit, in der die Ziegelherstellung noch nicht vollständig automatisiert war. Nimm dir etwas Zeit, um die Größe und die Details der Klinkerfassade auf dich wirken zu lassen.
14. Speicherstadtmuseum
In einem der historischen Lagerhäuser der Speicherstadt zeigt das Museum, wie über Jahrzehnte mit Kaffee, Tee und Gewürzen gearbeitet wurde. Die Ausstellung ist auf etwa 200 Quadratmetern untergebracht und präsentiert originale Werkzeuge, Waren und Ausstellungsstücke aus den Kontoren. Infotafeln erklären die technische und kaufmännische Seite des Imports dieser Waren, auch Kaffeekontore werden thematisch behandelt.
Ergänzt wird das Ganze durch Bilder, Modelle und einige Präsentationen. Die Gestaltung ist klassisch und setzt stark auf Text. Wer bereit ist zu lesen, bekommt detaillierte Informationen zur Handelsgeschichte Hamburgs. Audio- und Videoelemente sind eher sparsam vorhanden. Das Speicherstadtmuseum ist überschaubar und lässt sich in etwa zwanzig Minuten bis eineinhalb Stunden besichtigen, je nachdem, wie viel Zeit du dir für die Infotafeln nimmst. Die Ausstellung bleibt auf einer Ebene, eine Besichtigung des gesamten Speichergebäudes ist nicht möglich.
Für Kinder gibt es eine Rallye, die das Thema verständlich aufbereitet. Die Texte und Objekte sind mit viel Detailgenauigkeit zusammengestellt, ergänzt durch einige Powerpoint-Präsentationen. Neben der Dauerausstellung werden auch Führungen durch die Speicherstadt angeboten. Mehrere Besucher empfanden die Führungen allerdings als langatmig oder sehr stark auf den Innenbereich konzentriert. Einige Touren verbringen deutlich mehr Zeit im Museum als draußen in der Speicherstadt selbst, was nicht immer den Erwartungen entspricht. Die Gruppengröße kann bei solchen Führungen mit bis zu 25 Personen recht hoch ausfallen, was das Verstehen erschwert.
Im Museum gibt es eine kleine Kaffeemöglichkeit, die Preise werden als angemessen beschrieben. Für einen ersten Überblick über die Handelsgeschichte Hamburgs ist das Speicherstadtmuseum gut geeignet, vor allem wenn du dich für historische Lagerwirtschaft und den Umgang mit importierten Gütern interessierst. Für den Besuch solltest du Zeit zum Lesen einplanen, da die Informationen vor allem über Text vermittelt werden.
15. Außenalster
Die Außen-Alster ist ein weitläufiger See mitten in Hamburg, umgeben von grünen Parks und historischen Villen. Auf dem Wasser sind Segler, Ruderer und Ausflugsboote unterwegs, während die Uferwege von Joggern, Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden. Der See verbindet die Innenstadt mit den Stadtteilen und bietet viele Möglichkeiten, um sich sportlich zu betätigen oder einfach zu entspannen.
Rund um die Außen-Alster verlaufen befestigte Wege und Sandpfade, die sich für unterschiedliche Aktivitäten eignen. Besonders die linke Seite mit dem Alsterpark wird häufig erwähnt. Dort gibt es ein angelegtes Biotop, in dem Vögel gut zu beobachten sind, sowie alte Bäume wie Trauerweiden und Kunstgegenstände entlang der Wege. Im Park stehen Bänke und Stühle zum Ausruhen bereit, und ein Trimm-Dich-Pfad lädt zum Training ein.
Wer mit dem SUP-Board oder Kajak unterwegs sein möchte, sollte die frühen Morgenstunden nutzen, da es im Sommer auf dem Wasser voll werden kann. Entlang der Uferpromenade gibt es in verschiedenen Abständen Cafés, Restaurants und Eisdielen, in denen du eine Pause einlegen kannst. Von den Wegen aus lassen sich die Ruderregatten verfolgen, die hier regelmäßig stattfinden.
Die Außen-Alster ist zu jeder Jahreszeit begehbar und bietet unterschiedliche Eindrücke, abhängig von Wetter und Licht. Die Strecke um den See ist für einen längeren Spaziergang oder Lauf gut geeignet. Viele Hamburger nutzen die Außen-Alster täglich zum Joggen oder für Ausflüge mit dem Hund. Das Wasser ist klar, die Atmosphäre ruhiger als in der Innenstadt. Wer dem Trubel der Stadt ausweichen möchte, findet hier eine grüne Anlage mit vielen Sitzmöglichkeiten und einem friedlichen Miteinander verschiedener Nutzergruppen. Die Außen-Alster lässt sich außerdem mit Bootsfahrten erkunden, die vom Wasser aus einen anderen Blick auf die Stadt ermöglichen.
16. Binnenalster
Mitten in Hamburg liegt die Binnenalster, ein See, der von Cafés, Restaurants und Geschäften umgeben ist. Von hier aus starten Alsterrundfahrten, und rund um das Wasser führt ein Weg, auf dem du spazieren kannst. In der Mitte des Sees steht die Alsterfontäne, die du von vielen Punkten aus sehen kannst. Die Binnenalster ist über Fußgängerbereiche gut zugänglich und lädt zum Spaziergang rund ums Wasser ein.
Am südlichen Teil der Binnenalster reihen sich gastronomische Angebote aneinander, darunter Fischrestaurants direkt am Wasser, hier ist auch der Ausgangspunkt für die Bootstouren. Im nördlichen Bereich liegt der kleine Park Binnenalster mit mehreren Bänken und einem Blick über das Wasser. Direkt daneben verläuft die Lombardsbrücke, die im 19. Jahrhundert gebaut wurde. Am Ballindamm hängen zahlreiche Lampions in den Bäumen, die sowohl tagsüber als auch nachts auffallen.
Die Binnenalster ist gut mit der S-Bahn erreichbar und verbindet Erholung mit zentraler Lage. Sonnenauf- und -untergang gelten laut Besuchern als besonders stimmungsvolle Momente am See. Du kannst hier längere Zeit verweilen, auf einer Bank sitzen oder zwischen den umliegenden Geschäften unterwegs sein.
Die Binnenalster ist das ganze Jahr zugänglich. Gelegentlich finden Bauarbeiten in der Umgebung statt, die zu Lärm führen können. Ansonsten ist der Ort auch bei Dunkelheit frequentiert und gilt als sicher. Die Binnenalster verbindet städtisches Treiben mit Wasserfläche und Gastronomie. Wer eine Pause vom Einkaufen braucht oder vor einer Bootsfahrt noch Zeit hat, findet hier eine zentrale Anlaufstelle. Der See liegt direkt neben der Außenalster und ist Teil des Hamburger Alsterlaufs.
17. Alsterarkaden
Die Alsterarkaden wurden im 19. Jahrhundert im venezianischen Stil erbaut und führen mit ihren weißen Bögen direkt am Ufer der Kleinen Alster entlang. Die Arkadenreihe verbindet den Rathausmarkt mit dem Jungfernstieg und bietet eine wettergeschützte Flaniermeile mit Blick aufs Wasser. In den Bögen reihen sich Modegeschäfte, Cafés und Restaurants aneinander. Unter den Bögen lässt sich geschützt flanieren, während der Blick auf das Wasser und die gegenüberliegende Seite fällt.
Bei einigen Geschäften fallen goldene Logos auf, die den gehobenen Charakter der Lage unterstreichen. Wer hier Kaffee trinken oder essen möchte, muss mit höheren Preisen rechnen, manche Gäste berichten von durchschnittlicher Qualität bei Getränken. In den Sommermonaten laden die Außenbereiche dazu ein, direkt am Kanal zu sitzen und die Schwäne auf dem Wasser zu beobachten. Der Durchgang ist meist gut besucht.
Neben bekannten Ketten wie Rituals, Douglas oder Uniqlo finden sich auch kleinere Geschäfte. Viele nutzen die Alsterarkaden für Fotos, besonders die Perspektive mit den Bögen und dem Wasser dahinter. Die Lage ist zentral: Das Rathaus liegt gegenüber, die Mönckebergstraße ist nur wenige Schritte entfernt, und vom Jungfernstieg aus starten Bootstouren über die Alster.
Die Alsterarkaden sind mit S-Bahn, U-Bahn oder Bus gut erreichbar, ein rollstuhlgerechter Eingang ist vorhanden. Zur Weihnachtszeit wird die Gegend beleuchtet, was viele Besucher als besonders reizvoll beschreiben. Generell herrscht viel Betrieb, zwischen Rathausplatz und Alsterfontäne ist fast immer etwas los. Die Arkaden selbst sind frei zugänglich und eignen sich für einen kurzen Spaziergang ebenso wie für längeres Verweilen. Für Kinder ist der Ort gut geeignet, Eisdielen und der Blick aufs Wasser sorgen für Abwechslung.
18. HafenCity
Die HafenCity verbindet moderne Stadtentwicklung mit der maritimen Geschichte Hamburgs. Auf ehemaligen Hafenflächen entstand seit Anfang der 2000er Jahre ein neuer Stadtteil, der Wohnquartiere, Büros und Gastronomie direkt an den Kaimauern der Elbe vereint. Die Architektur zeigt sich zeitgenössisch und abwechslungsreich, geprägt von Glas und Backstein. Das Quartier liegt direkt am Wasser und erweitert das Hamburger Stadtzentrum um etwa vierzig Prozent.
Das Konzerthaus Elbphilharmonie wurde zum zentralen Wahrzeichen des Viertels. Der Bau kombiniert einen historischen Kakaospeicher mit einem wellenförmigen Glasaufbau. Besucher können von der öffentlich zugänglichen Plaza den Blick über den Hafen genießen. Der Zugang zur Plaza ist kostenlos, für Konzerte werden Tickets benötigt. Das Gebäude ist über eine lange Rolltreppe erreichbar.
Im westlichen Teil der HafenCity steht die Speicherstadt, ein Ensemble aus roten Backsteinbauten aus dem späten 19. Jahrhundert, das früher als Lagerhaus-Komplex diente. Heute beherbergen die Gebäude Museen, Büros und gastronomische Betriebe. Die Kanäle zwischen den Speicherblöcken sind bei Hochwasser befahrbar und prägen das Bild des Viertels. In der HafenCity findest du außerdem das Internationale Maritime Museum und das Miniatur Wunderland, eine der meistbesuchten Modelleisenbahnausstellungen Europas.
Die Promenaden entlang der Elbe und der Fleete erlauben Spaziergänge mit Blick auf Hafenbecken, Schiffe und die gegenüberliegenden Ufer. An mehreren Stellen gibt es Restaurants und Cafés mit Außenterrassen. Das Quartier ist weitgehend autofrei gestaltet, sodass Fußgänger und Radfahrer viel Platz haben. Architektonisch fallen verschiedene Wohnbauten und Bürokomplexe auf, die von international bekannten Büros entworfen wurden und unterschiedliche Baustile zeigen. Die HafenCity ist noch nicht vollständig fertiggestellt, einzelne Bauabschnitte sind weiterhin im Entstehen. Das bedeutet, dass manche Bereiche von Baustellen geprägt sind und sich das Stadtbild laufend verändert. Die Anbindung an die Innenstadt erfolgt über mehrere U-Bahn-Stationen und Fußwege, sodass das Gebiet gut erreichbar ist. Für Besucher, die sich einen Überblick verschaffen möchten, gibt es ein Informationszentrum mit Modellen und Ausstellungen zur Stadtentwicklung.
19. Bunker St. Pauli
Der Hamburg BUNKER auf St. Pauli, auch Feldstraßenbunker genannt, ist ein Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg, der heute als Aussichtsplattform, Hotel und begrüntes Stadtviertel genutzt wird. Auf dem Dach bietet sich ein Rundumblick über die Stadt, der bis zum Stadion reicht. Der Zugang ist kostenlos. Am Eingang findet eine Taschenkontrolle statt, Mehrwegflaschen und Plastikflaschen über einem Liter sowie harte Gegenstände sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.
Der Aufstieg führt über rund 355 Stufen, die sich in etwa zehn Minuten bewältigen lassen, an warmen Tagen wird es dabei durchaus schweißtreibend. Ein Aufzug bringt dich bis zu einer bestimmten Höhe, ab dort geht es nur noch zu Fuß weiter. Auf dem Weg nach oben erklären Infotafeln die Geschichte des Bunkers, der während des Kriegs Schutz vor alliierten Luftangriffen bot.
Oben angekommen erwartet dich eine begrünte Dachfläche mit einer Aussichtsplattform, die einen Rundumblick über Hamburg ermöglicht. Die gesamte Anlage ist mit Pflanzen bewachsen, sodass der Betonbau teilweise wie ein urbaner Naturpark wirkt. Es gibt eine Bar und ein Café mit Getränken und Eis, allerdings sind die Sitzmöglichkeiten mit direktem Ausblick begrenzt. Viele Besucher gehen daher gezielt zu bestimmten Aussichtspunkten, machen Fotos und ziehen weiter. Die Toiletten oben sind kostenpflichtig.
Früh am Morgen, zum Beispiel um neun Uhr, ist es deutlich ruhiger als später am Tag, was das Fotografieren und die Atmosphäre angenehmer macht. Der Bunker ist vom Hauptbahnhof fußläufig über die Alster und den Park Planten un Blomen erreichbar. Parkplätze in der Nähe sind gebührenpflichtig. Die Anlage ist barrierefrei gestaltet mit rollstuhlgerechtem Eingang, Parkplatz und Sitzgelegenheiten. Wer nur schnell den Ausblick genießen möchte, sollte bedenken, dass die oberste Terrasse an schönen Tagen gut besucht sein kann.
20. Reeperbahn
Die Reeperbahn ist Hamburgs bekannteste Ausgehmeile und zieht mit ihren Clubs, Bars und Diskotheken jede Nacht Besucher an. Die rund 930 Meter lange Straße im Stadtteil St. Pauli ist zugleich das Zentrum des Rotlichtviertels. Hier reihen sich Musikspielstätten, Erotikgeschäfte, Kneipen und Showbühnen aneinander. Neben dem Nachtleben gibt es auch Travestie-Shows wie die im Pulverfass, die bei Besuchern gut ankommen. Die Straße ist abends und nachts am belebtesten, wenn die Lokale öffnen und die Partyszene anzieht.
Die Atmosphäre ist laut und geschäftig, besonders an den Wochenenden. Neben dem Nachtleben gibt es entlang der Straße auch Kinos, Spielhallen und kleinere Bühnen. Am Wochenende kann es sehr voll werden, dann drängen sich die Leute auf den Gehwegen und vor den Eingängen. Wer es ruhiger mag, kommt besser unter der Woche. Tagsüber wirkt die Reeperbahn ruhiger, nachts wird sie zur Partymeile mit dichtem Betrieb.
Verschiedene Anbieter organisieren geführte Rundgänge, die Einblicke in die Geschichte des Viertels und seine Entwicklung geben. Viele Besucher berichten, dass sich durch solche Führungen der Blick auf die Straße ändert und mehr über den Ort deutlich wird, als der Ruf vermuten lässt. Die Sauberkeit wird in Rezensionen wiederholt kritisiert, besonders nach Wochenenden oder größeren Veranstaltungen wie dem Schlagermove. Wer empfindlich auf Müll oder Geruch reagiert, sollte das einkalkulieren.
Die Reeperbahn ist ein fester Bestandteil des Hamburger Stadtlebens und gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, mehrere U- und S-Bahn-Stationen liegen in direkter Nähe. Trotz der Kritik an der Sauberkeit gehört die Reeperbahn für viele zum Hamburg-Besuch dazu, gerade wegen der Mischung aus Musik, Ausgehen und dem speziellen Flair des Viertels.
Häufig gestellte Fragen
Welche Sehenswürdigkeiten in Hamburg sind kostenlos?
Die Plaza der Elbphilharmonie, der Alte Elbtunnel, der Park Planten un Blomen und der begrünte Bunker auf St. Pauli kosten keinen Eintritt. Auch Spaziergänge an der Alster oder durch die Speicherstadt sind kostenlos. Die Plaza der Elbphilharmonie brauchst du zwar ein Zeitfenster-Ticket, aber zahlen musst du dafür nichts. Der Alte Elbtunnel ist rund um die Uhr zugänglich. Planten un Blomen bietet neben den Themengärten auch Wasserlichtkonzerte im Sommer, die du ohne Eintritt sehen kannst.
Wann findet der Hamburger Fischmarkt statt?
Der Fischmarkt findet jeden Sonntagmorgen statt. Von April bis Oktober beginnt er um 5:00 Uhr, von November bis März um 6:00 Uhr. Er endet immer um 9:30 Uhr. In der Fischauktionshalle läuft während des Marktes Livemusik, draußen reihen sich die Stände mit Fisch, Obst, Gemüse und anderen Waren. Im Februar, außerhalb der Hauptsaison, ist der Markt weniger überfüllt als im Sommer.
Kann man den Fernsehturm in Hamburg besichtigen?
Nein, der Heinrich-Hertz-Turm ist seit 2001 für die Öffentlichkeit geschlossen. Weder die Aussichtsplattform noch das ehemalige Drehrestaurant sind derzeit zugänglich. Der Turm dient heute als Sendeanlage und ist nur von außen sichtbar. Die Stadt Hamburg plant seit Jahren, den Turm wieder zu öffnen, konkrete Eröffnungstermine wurden aber mehrfach verschoben. Wer Ausblick über Hamburg möchte, kann stattdessen die Plaza der Elbphilharmonie, den Turm der Hauptkirche St. Michaelis oder den Bunker auf St. Pauli nutzen.
Wie viel Zeit sollte man für das Miniatur Wunderland einplanen?
Sechs bis acht Stunden sind keine Seltenheit, manche planen gleich zwei Besuche ein. Die Anlage besticht durch ihre Detaildichte, in den Miniaturwelten gibt es tausende kleine Szenen zu entdecken. Tickets solltest du vorab online buchen, um Wartezeiten zu vermeiden. Frühe Zeitfenster am Morgen sind weniger stark frequentiert. Plane mindestens drei Stunden ein, besser deutlich mehr, um die Anlage in Ruhe anzusehen.
