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Hamburg Einwohner: Wie viele Menschen in der Stadt leben

RedaktionVeröffentlicht am
Hamburg Einwohner: Wie viele Menschen in der Stadt leben

In Hamburg leben knapp 1,9 Millionen Einwohner. Diese Größenordnung weist das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statistikamt Nord) in seiner amtlichen Bevölkerungsfortschreibung aus. Nach Berlin ist Hamburg damit die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Welche Zahl du genau findest, hängt allerdings davon ab, wer gezählt hat und nach welcher Methode. Zensus, Melderegister und Fortschreibung liegen zum Teil um Zehntausende Menschen auseinander. Dieser Artikel erklärt, woher die Hamburger Einwohnerzahl kommt, wie sie sich entwickelt hat und warum dieselbe Frage mehrere richtige Antworten haben kann.

Hamburg Einwohner im Vergleich: zweitgrößte Stadt, aber vergleichsweise locker besiedelt

Unter den deutschen Millionenstädten liegt Hamburg klar auf Platz zwei. Berlin kommt auf gut 3,7 Millionen Menschen, München auf rund 1,5 Millionen, Köln auf gut eine Million. Hamburg ist damit auch die größte Stadt der Europäischen Union, die keine Hauptstadt eines Staates ist, sieht man von Stadtstaaten-Konstruktionen ab: Hamburg ist selbst ein Bundesland.

Spannender als die Rangfolge ist die Fläche. Das Hamburger Stadtgebiet umfasst rund 755 Quadratkilometer. Bei knapp 1,9 Millionen Einwohnern ergibt das eine Dichte von ungefähr 2.500 Menschen pro Quadratkilometer. Berlin liegt bei über 4.000, München sogar bei deutlich über 4.500. Hamburg wirkt in vielen Vierteln dicht, im Durchschnitt ist die Stadt aber erstaunlich locker besiedelt.

Der Grund liegt in der Zusammensetzung des Stadtgebiets. Große Teile gehören zum Hafen, in dem kaum jemand wohnt. Dazu kommen die landwirtschaftlich geprägten Vier- und Marschlande im Bezirk Bergedorf, die Harburger Berge, ausgedehnte Wald- und Naturschutzflächen wie die Boberger Niederung sowie die Insel Neuwerk in der Elbmündung, die verwaltungsrechtlich zum Bezirk Hamburg-Mitte gehört. Wer also in Eimsbüttel oder Eppendorf das Gefühl hat, die Stadt platze aus allen Nähten, hat für seinen Stadtteil recht. Für Hamburg insgesamt gilt das nicht.

Drei Zählweisen, drei Ergebnisse: Fortschreibung, Melderegister, Zensus

Die häufigste Verwirrung rund um die Hamburger Einwohnerzahl entsteht, weil drei verschiedene Quellen kursieren. Alle sind amtlich, alle messen etwas leicht anderes.

Übersicht der drei amtlichen Erhebungsmethoden für Hamburgs Bevölkerung.
Fortschreibung, Melderegister und Zensus messen die Bevölkerung mit unterschiedlichen Methoden.
QuelleWer erhebt sieWie sie entstehtTypische Abweichung
BevölkerungsfortschreibungStatistikamt NordLetzter Zensus als Basis, dazu Geburten, Sterbefälle, Zu- und FortzügeOffizielle Zahl, gilt für Finanzausgleich und Statistik
MelderegisterHamburger MeldebehördenAlle mit Hauptwohnsitz in Hamburg gemeldeten PersonenMeist höher, weil Abmeldungen fehlen
ZensusStatistische Ämter von Bund und LändernRegisterauswertung plus Stichprobenbefragung zu einem StichtagKorrigiert die Fortschreibung, oft nach unten

Die Fortschreibung ist die Zahl, die du in amtlichen Veröffentlichungen, im Statistischen Jahrbuch und in den Bevölkerungstabellen auf statistik-nord.de findest. Sie startet beim jeweils letzten Zensus und rechnet jede Geburt, jeden Todesfall und jeden gemeldeten Umzug dazu oder ab. Das Problem: Fehler im Ausgangswert und nicht gemeldete Wegzüge schleppen sich über Jahre fort.

Das Melderegister zeigt meist einen höheren Wert. Wer ins Ausland zieht und sich nicht abmeldet, bleibt im Register stehen, manchmal jahrelang. Gerade in einer Stadt mit vielen Studierenden, internationalen Fachkräften und einem großen Hafen- und Logistiksektor summiert sich das. Wenn du also auf eine Einwohnerzahl stößt, die deutlich über der des Statistikamts liegt, stammt sie häufig aus Registerdaten.

Der Zensus schließlich ist die große Inventur. Er findet seit der Wiedervereinigung etwa alle zehn Jahre statt, zuletzt mit dem Stichtag 15. Mai 2022, davor am 9. Mai 2011. Die Ergebnisse des Zensus 2022 wurden im Juni 2024 veröffentlicht. Für Hamburg führten sie, wie für viele Großstädte, zu einer Korrektur nach unten: Die Stadt hatte am Stichtag weniger Einwohner, als die Fortschreibung angenommen hatte. Seitdem rechnet das Statistikamt Nord auf der neuen Zensusbasis weiter.

Wie sich die Hamburger Einwohnerzahl seit den 1960er-Jahren entwickelt hat

Hamburgs Bevölkerungsgeschichte der letzten sechzig Jahre verläuft in Form eines tiefen Tals. Den bisherigen Höchststand erreichte die Stadt im Jahr 1964 mit gut 1,85 Millionen Einwohnern. Danach begann ein Rückgang, der über zwei Jahrzehnte anhielt.

ZeitraumEntwicklungWas dahintersteckt
1964Höchststand mit gut 1,85 MillionenWiederaufbau, Zuzug in die Industrie- und Hafenstadt
bis Mitte der 1980erRückgang auf rund 1,6 MillionenAbwanderung ins Umland, Strukturwandel im Hafen und in der Werftindustrie
ab Ende der 1980erWiederanstiegZuwanderung, Fall der Mauer, später Wachstum der Dienstleistungswirtschaft
2010erStetiges Wachstum über 1,8 MillionenZuzug junger Erwachsener, Wohnungsbau, Zuwanderung 2015/16
2022Sprung nach obenAufnahme geflüchteter Menschen aus der Ukraine
heuteknapp 1,9 MillionenWachstum flacht ab, Zensus-Korrektur senkt den Ausgangswert

Der Rückgang bis in die 1980er-Jahre hatte vor allem mit Suburbanisierung zu tun. Familien zogen ins Eigenheim nach Pinneberg, Norderstedt, Ahrensburg oder in den Landkreis Harburg. Gleichzeitig verlor der Hafen durch den Containerumschlag viele Arbeitsplätze, und mehrere Werften schlossen. Die Stadt schrumpfte, während das Umland wuchs.

Seit den späten 1980er-Jahren geht es wieder aufwärts. Zuerst kamen Menschen aus Osteuropa und nach 1989 aus der früheren DDR, später vor allem junge Erwachsene für Ausbildung, Studium und den ersten Job. Hamburg wächst seitdem in erster Linie durch Zuzug. Die Zuwanderung Geflüchteter in den Jahren 2015 und 2016 und die Aufnahme vieler Menschen aus der Ukraine ab 2022 haben die Kurve jeweils sichtbar angehoben.

Ob Hamburg die Marke von zwei Millionen Einwohnern erreicht, ist eine Frage, die regelmäßig diskutiert wird. Nach der Zensus-Korrektur ist dieser Punkt jedenfalls ein Stück weiter weggerückt als vorher angenommen.

Die sieben Bezirke: wo in Hamburg die meisten Menschen wohnen

Hamburg ist in sieben Bezirke gegliedert: Hamburg-Mitte, Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Wandsbek, Bergedorf und Harburg. Darunter liegen 104 Stadtteile. Die Bezirke haben eigene Bezirksämter und Bezirksversammlungen, sind aber keine selbstständigen Gemeinden. Für die Einwohnerzahl zählt deshalb immer Hamburg als Ganzes.

Wandsbek ist mit großem Abstand der bevölkerungsreichste Bezirk. Hier leben mehr Menschen als in manchen deutschen Großstädten wie Kiel oder Lübeck. Zum Bezirk gehört auch Rahlstedt, der einwohnerstärkste Stadtteil Hamburgs. Bergedorf ist der Bezirk mit den wenigsten Einwohnern, hat aber durch die Vier- und Marschlande eine sehr große Fläche. Das erklärt die niedrige Dichte dort.

Am dichtesten besiedelt sind die innenstadtnahen Gründerzeitviertel. Eimsbüttel ist flächenmäßig der kleinste Bezirk und gehört zugleich zu den dichtesten. Stadtteile wie Eimsbüttel selbst, Hoheluft-West oder Barmbek-Süd erreichen Dichtewerte, die ein Vielfaches des Hamburger Durchschnitts betragen. Am anderen Ende stehen Hafenstadtteile wie Steinwerder oder Waltershof, in denen fast niemand gemeldet ist, und Neuwerk mit einer Einwohnerzahl im niedrigen zweistelligen Bereich.

Wenn du die aktuellen Zahlen für deinen Bezirk oder Stadtteil brauchst, findest du sie in den Hamburger Stadtteilprofilen des Statistikamts Nord. Die Profile erscheinen jährlich und enthalten neben der Bevölkerung auch Altersstruktur, Haushaltsgrößen, Wohnfläche pro Kopf und den Anteil der Sozialwohnungen. Für Wohnungssuche oder die Frage, wie sich ein Viertel verändert, sind sie deutlich aussagekräftiger als die Gesamtzahl.

Warum die Einwohnerzahl für Hamburg bares Geld und politisches Gewicht bedeutet

Die Einwohnerzahl ist mehr als eine Statistik für Quizfragen. Sie entscheidet mit darüber, wie viel Geld Hamburg aus dem bundesstaatlichen Finanzausgleich bekommt oder abgibt. Dabei gilt eine Besonderheit: Die Einwohner der Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen werden mit 135 Prozent gewichtet. Diese sogenannte Einwohnerwertung soll ausgleichen, dass Großstädte Aufgaben für ein weites Umland übernehmen, etwa Universitäten, Kliniken, Theater und Verkehrsinfrastruktur, die auch von Pendlern aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein genutzt werden.

Deshalb traf die Zensus-Korrektur die Stadtkasse direkt. Jeder Einwohner, der statistisch wegfällt, verringert die Berechnungsgrundlage. Auch Anteile an Steuereinnahmen und bestimmte Bundesmittel hängen an der amtlichen Bevölkerungszahl.

Politisch spielt die Zahl im Bundesrat eine Rolle. Nach Artikel 51 des Grundgesetzes hat jedes Land mindestens drei Stimmen, Länder mit mehr als zwei Millionen Einwohnern erhalten vier. Hamburg liegt unter dieser Schwelle und hat drei Stimmen. Würde die Stadt die Zwei-Millionen-Marke überschreiten, bekäme sie eine vierte Stimme. Das ist einer der Gründe, warum die Frage nach den zwei Millionen in Hamburg mehr als Symbolik ist.

Im Alltag spürst du die Einwohnerentwicklung vor allem über den Wohnungsmarkt, über Kita- und Schulplätze und über volle Bahnen. Wachsende Stadtteile wie die HafenCity, Oberbillwerder in Bergedorf oder die Neubaugebiete in Wilhelmsburg sind direkte Antworten der Stadtplanung auf den Zuzug der vergangenen Jahre.

Häufige Irrtümer über die Einwohner von Hamburg

Hamburg hat zwei Millionen Einwohner. Diese runde Zahl hält sich hartnäckig, stimmt aber für die Stadt selbst nicht. Oft wird sie mit dem Melderegister oder mit Schätzungen für den Großraum verwechselt. Die amtliche Zahl liegt knapp unter 1,9 Millionen.

Die Metropolregion ist Hamburg. Die Metropolregion Hamburg umfasst Landkreise und kreisfreie Städte in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und zählt mehr als fünf Millionen Menschen. Mit der Einwohnerzahl der Stadt hat das nichts zu tun. Wer in Buxtehude, Lüneburg oder Bad Oldesloe wohnt, lebt in der Metropolregion, ist aber kein Hamburger Einwohner.

Bezirk Harburg und Landkreis Harburg sind dasselbe. Der Bezirk Harburg mit Stadtteilen wie Harburg, Neugraben-Fischbek oder Wilhelmsburg-Süd gehört zu Hamburg. Der Landkreis Harburg mit Winsen, Buchholz und Seevetal liegt in Niedersachsen. Die Namensgleichheit geht auf das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 zurück, mit dem die bis dahin preußischen Städte Harburg-Wilhelmsburg, Altona und Wandsbek zu Hamburg kamen, der Landkreis aber preußisch blieb.

Nach dem Zensus sind Menschen weggezogen. Die Korrektur nach dem Zensus 2022 bedeutet nicht, dass plötzlich Zehntausende die Stadt verlassen haben. Sie zeigt, dass die Fortschreibung seit 2011 zu viele Menschen mitgezählt hatte, etwa durch fehlende Abmeldungen. Die tatsächliche Bevölkerung hat sich über Nacht nicht verändert, nur ihre statistische Erfassung.

Nebenwohnsitze zählen mit. In der amtlichen Einwohnerzahl stehen nur Menschen mit Hauptwohnsitz in Hamburg. Wer hier eine Zweitwohnung hat, etwa als Wochenendpendler, zählt statistisch an seinem Hauptwohnsitz. Hamburg erhebt für Zweitwohnungen eine eigene Zweitwohnungsteuer, auch um Anreize zu setzen, den Hauptwohnsitz in der Stadt anzumelden.

Wann neue Zahlen erscheinen und wo du sie findest

Suchst du nach „Hamburg Einwohner 2025“ oder nach der Zahl für das laufende Jahr, wirst du oft auf ältere Werte stoßen. Das hat einen einfachen Grund: Die Fortschreibung braucht Zeit. Geburten, Sterbefälle und Umzüge müssen erst vollständig gemeldet und ausgewertet werden. Das Statistikamt Nord veröffentlicht Quartalswerte mit einigen Monaten Verzögerung, die Zahl zum Jahresende erscheint in der Regel erst im Laufe des Folgejahres.

Die verlässlichste Quelle ist das Statistikamt Nord unter statistik-nord.de. Dort findest du die Bevölkerungszahlen nach Quartalen, die Stadtteilprofile und das Statistische Jahrbuch Hamburg. Auf hamburg.de verweist die Stadt für Bevölkerungsdaten ebenfalls auf das Statistikamt. Für Vergleiche mit anderen Städten eignet sich die Regionaldatenbank von Bund und Ländern, weil dort alle Städte nach derselben Methode ausgewiesen sind.

Achte beim Vergleichen immer auf den Stichtag und die Basis. Eine Zahl auf Basis des Zensus 2011 und eine auf Basis des Zensus 2022 lassen sich nicht direkt gegeneinanderstellen, auch wenn beide vom selben Amt stammen. Genau an dieser Stelle entstehen die meisten Widersprüche, die in Foren und Nachbarschaftsgruppen diskutiert werden.

Häufige Fragen

Wie viele Einwohner hat Hamburg?

Hamburg hat knapp 1,9 Millionen Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Stadt. Die amtliche Zahl stammt aus der Bevölkerungsfortschreibung des Statistikamts Nord, die seit dem Zensus 2022 auf einer neuen, niedrigeren Basis rechnet.

Welcher Hamburger Bezirk hat die meisten Einwohner?

Wandsbek ist der bevölkerungsreichste der sieben Bezirke. Dort liegt auch Rahlstedt, der Stadtteil mit den meisten Einwohnern. Die wenigsten Menschen leben im Bezirk Bergedorf, der dafür eine große, ländlich geprägte Fläche hat.

Wann hatte Hamburg die meisten Einwohner?

Den bisherigen Höchststand erreichte Hamburg 1964 mit gut 1,85 Millionen Einwohnern. Danach sank die Zahl bis Mitte der 1980er-Jahre auf rund 1,6 Millionen, bevor sie wieder zu wachsen begann.

Warum weichen die Einwohnerzahlen für Hamburg so stark voneinander ab?

Weil drei Quellen unterschiedlich zählen. Das Melderegister enthält auch Menschen, die weggezogen sind und sich nicht abgemeldet haben. Die Fortschreibung rechnet vom letzten Zensus aus weiter, und der Zensus selbst korrigiert beide alle rund zehn Jahre.

Bekommt Hamburg bei zwei Millionen Einwohnern mehr Stimmen im Bundesrat?

Ja. Nach Artikel 51 des Grundgesetzes erhalten Länder mit mehr als zwei Millionen Einwohnern vier statt drei Stimmen im Bundesrat. Hamburg liegt derzeit unter dieser Schwelle und hat drei Stimmen.