Wohnen auf Zeit in Hamburg: für wen es passt und was du bekommst
Die typischen Mieter sind Berufstätige und Geschäftsleute, die für ein Projekt oder die ersten Monate im neuen Job in die Stadt kommen. Dazu kommen Zugezogene, die erst vor Ort eine dauerhafte Mietwohnung suchen wollen, und Hamburger, deren eigene Wohnung saniert wird.
Die Vorzüge liegen auf der Hand. Du brauchst keine Möbel, keinen Stromvertrag und keinen eigenen Internetanschluss, und du bindest dich nicht für Jahre. Der Preis dafür ist eine höhere Monatsmiete als bei einer vergleichbaren unmöblierten Wohnung, weil Ausstattung, Pauschalen und das Leerstandsrisiko des Vermieters eingerechnet sind.
Gut zu wissen: Viele Anbieter verlangen eine Mindestmietdauer, häufig einen Monat oder mehr. Prüfe sie vor der Anfrage, denn ein zu kurzer Aufenthalt wird bei manchem Objekt gar nicht angenommen.
Möbliertes Zimmer, Apartment oder Serviced Apartment
Die Angebote unterscheiden sich vor allem in Größe, Service und Vertragsform. Diese Übersicht hilft bei der Wahl:
| Variante | Typische Größe | Was dazugehört | Passt für |
|---|---|---|---|
| Möbliertes Zimmer in WG | ein Zimmer, Küche und Bad geteilt | Möbel, meist Internet | kurze Übergangslösung, kleines Budget |
| Möbliertes Apartment | 1 bis 3 Zimmer | Küche, Bad, Möbel, oft Pauschalmiete | Probezeit, Projekt, Familie |
| Serviced Apartment | meist 1 bis 2 Zimmer | zusätzlich Reinigung, Wäsche, teils Rezeption | Geschäftsleute mit kurzen Aufenthalten |
Ein Serviced Apartment liegt zwischen Hotel und Wohnung: mehr Komfort und Flexibilität, aber auch der höchste Preis pro Quadratmeter. Für einen Aufenthalt über mehrere Monate ist ein normales möbliertes Apartment meist die wirtschaftlichere Wahl, zumal du dort eher das Gefühl von einem Zuhause im Alltag bekommst.
Rechtliche Grundlagen beim Wohnen auf Zeit
Entscheidend ist, ob die Wohnung „zum vorübergehenden Gebrauch“ vermietet wird. Für solche Verträge schließt § 549 Abs. 2 BGB mehrere Mieterschutzregeln aus, darunter die Mietpreisbremse (§§ 556d bis 556g BGB), die Regeln zur Mieterhöhung und große Teile des Kündigungsschutzes. Ein vorübergehender Gebrauch liegt aber nur vor, wenn der Anlass tatsächlich zeitlich begrenzt ist, etwa ein Projekt. Eine bloße Befristung im Vertrag reicht dafür nicht.
Mietest du dagegen eine möblierte Wohnung als Lebensmittelpunkt auf unbestimmte oder längere Zeit, gilt die Mietpreisbremse, die in Hamburg für das gesamte Stadtgebiet verordnet ist. Ein Zuschlag für die Möblierung ist zulässig, muss sich aber am Wert der Möbel orientieren.
Zwei Punkte gelten unabhängig davon:
- Kaution: höchstens drei Nettokaltmieten (§ 551 BGB), auf Wunsch zahlbar in drei Raten.
- Provision: Seit 2015 gilt das Bestellerprinzip. Hat der Vermieter den Makler beauftragt, darf er die Provision nicht auf dich abwälzen.
Achtung: Lass dir bei einer Pauschalmiete schriftlich geben, was enthalten ist: Heizung, Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Reinigung. Fehlt eine klare Aufstellung, wird der Vergleich zwischen zwei Angeboten schwierig.
Anmeldung und Zweitwohnungsteuer bei Wohnen auf Zeit in Hamburg
Auch eine Unterkunft auf Zeit kann meldepflichtig sein. Nach dem Bundesmeldegesetz musst du dich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug anmelden, in Hamburg bei einem Kundenzentrum deines Bezirksamts. Dafür brauchst du die Wohnungsgeberbestätigung, die dir der Vermieter ausstellen muss.
Eine Ausnahme regelt § 27 BMG: Bist du bereits anderswo in Deutschland mit einer Wohnung gemeldet und bleibst nicht länger als sechs Monate, musst du dich nicht anmelden. Wer aus dem Ausland zuzieht, profitiert davon nicht und meldet sich regulär an.
Meldest du die Wohnung in Hamburg als Nebenwohnung an, fällt grundsätzlich die Hamburger Zweitwohnungsteuer an. Sie beträgt 8 Prozent der Nettokaltmiete. Bei einer Pauschalmiete wird der Kaltmietanteil herausgerechnet, deshalb lohnt sich eine Mietbescheinigung mit aufgeschlüsselten Beträgen.
Die Lage wählen: St. Georg, St. Pauli, Hammerbrook und Umgebung
Bei kurzen Aufenthalten zählen kurze Wege mehr als ein schöner Blick aufs Wasser. Rechne vom Arbeitsplatz aus und prüfe die Anbindung an S- und U-Bahn, bevor du dich in eine Lage verliebst.
St. Georg und Hammerbrook
St. Georg grenzt direkt an den Hauptbahnhof und hat viele sanierte Altbauten, was für Pendler mit häufigen Bahnfahrten praktisch ist. Die Umgebung rund um den Bahnhof ist allerdings belebt und nachts laut. Hammerbrook ist ein Bürostandort mit vielen Neubauten und Apartmenthäusern, abends deutlich ruhiger und für Berufstätige mit Arbeitsplatz in der City Süd naheliegend.
St. Pauli und weitere Wohnlagen
In St. Pauli wohnst du zentral, mit kurzen Wegen in die Innenstadt, aber am Wochenende mit entsprechender Geräuschkulisse in der Umgebung von Reeperbahn und Kiez. Wer es ruhiger mag, findet möblierte Angebote auch in Eimsbüttel, Uhlenhorst, Harvestehude oder Barmbek. Lokstedt ist für Beschäftigte am UKE in Eppendorf interessant, Othmarschen für Arbeitsplätze im Westen der Stadt.
Tipp: Frag bei Wohnungen in Altbauten nach Etage und Aufzug. Mit zwei großen Koffern ist der vierte Stock ohne Lift beim Einzug ein echtes Hindernis.
Suche über Portale: Merkliste, E-Mail-Alarm und Fallstricke
Möblierte Wohnungen findest du über allgemeine Immobilien-Portale, spezialisierte Agenturen für Wohnen auf Zeit und Relocation-Dienstleister, die oft vom Arbeitgeber bezahlt werden. Filtere die Ergebnisse nach Größe, Zimmerzahl, Lage und Mietdauer, sonst gehen passende Angebote zwischen Ferienwohnungen unter.
Speichere interessante Objekte in der Merkliste des Portals und lege einen Suchauftrag per E-Mail an. Gute Wohnungen sind oft nach wenigen Tagen vergeben, deshalb hilft es, neue Ergebnisse schnell zu sehen und sofort mit vollständigen Informationen zu antworten: Zeitraum, Anlass, Arbeitgeber, Personenzahl.
Vorsicht bei Inseraten, die Zahlungen vor einer Besichtigung oder vor Vertragsschluss verlangen, etwa per Überweisung ins Ausland. Seriöse Anbieter schicken einen Mietvertrag und nennen eine überprüfbare Adresse für das Haus. Ist eine Besichtigung nicht möglich, bitte um einen Videorundgang.
Für Ferienwohnungen gilt in Hamburg nach dem Wohnraumschutzgesetz eine Registrierungspflicht mit Wohnraumschutznummer, die in der Anzeige stehen muss. Fehlt sie bei einer offensichtlichen Kurzzeitvermietung, ist das ein Warnsignal.
Häufige Fragen
Wie lange dauert Wohnen auf Zeit in Hamburg üblicherweise?
Die meisten Verträge laufen über einen bis zwölf Monate. Die Mindestmietdauer legt der Vermieter fest, sie steht in der Regel im Angebot.
Gilt die Mietpreisbremse für möblierte Wohnungen?
Ja, sofern die Wohnung nicht nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet wird. Liegt ein echter vorübergehender Anlass vor, schließt § 549 BGB die Mietpreisbremse aus.
Muss ich mich bei Wohnen auf Zeit ummelden?
Grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen. Bist du schon in Deutschland gemeldet und bleibst höchstens sechs Monate, entfällt die Pflicht nach § 27 BMG.
Wer zahlt die Provision für ein möbliertes Apartment?
Wer den Makler beauftragt. Hat der Vermieter ihn eingeschaltet, darfst du keine Provision zahlen müssen.

