Im Dialoghaus Hamburg bewegst du dich in vollständiger Dunkelheit durch verschiedene Räume und erlebst, wie blinde Menschen ihren Alltag bewältigen. Blinde und sehbehinderte Guides führen Gruppen von bis zu sieben Personen mit Langstock durch die Ausstellung. Du durchquerst Räume mit wechselnden Untergründen, tastest dich durch eine Küche und ein Wohnzimmer und bewältigst nachgestellte Verkehrssituationen. Die absolute Dunkelheit ist dabei tatsächlich absolut – kein LED-Licht, keine Straßenbeleuchtung, keine Ritzen.
Die Führung dauert etwa 90 Minuten und startet mit einer kurzen Vorstellungsrunde im ersten dunklen Raum, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Danach navigierst du ausschließlich mit dem Langstock und deinem Gehör. Die Guides nehmen Berührungsängste, beantworten Fragen und schaffen eine sichere Atmosphäre. Nach der Führung kannst du in der Dunkelbar Getränke und Snacks bestellen und dich mit den Guides unterhalten. Diese Gespräche werden in den Rezensionen häufig als besonders wertvoll beschrieben, weil sie zum Nachdenken anregen.
Neben Dialog im Dunkeln bietet das Dialoghaus auch Dialog im Stillen an – eine Ausstellung in schallisolierten Räumen, die von gehörlosen Guides begleitet wird. Dort kommunizierst du ohne gesprochene Worte über Gestik, Mimik und Gebärdensprache. Außerdem gibt es die Möglichkeit, im Dunkeln zu Abend zu essen.
Die Einrichtung ist barrierefrei mit rollstuhlgerechtem Eingang und WC. Für Kinder gibt es Ermäßigungen und Familienrabatte, Wickeltische sind vorhanden. Manche Besucher hätten sich gewünscht, die Räume nach der Führung im Hellen zu sehen, um ihre Vorstellung mit der Realität abzugleichen – das ist aber nicht vorgesehen. Im Wartebereich vor der Führung gibt es interaktive Stationen, es lohnt sich daher, früher zu kommen. Parkplätze in der Nähe sind gebührenpflichtig.


