Im Dialoghaus Hamburg bewegst du dich in absoluter Dunkelheit durch verschiedene Räume und erlebst, wie blinde Menschen ihren Alltag meistern. Blinde und sehbehinderte Guides führen dich mit einem Taststock durch eine Abfolge von Stationen, die Küche, Wohnzimmer, unterschiedliche Untergründe und Verkehrssituationen nachbilden. Die Dunkelheit ist vollständig, ohne jede Lichtquelle, sodass du dich ausschließlich auf Tastsinn, Gehör und die Stimme deines Guides verlassen musst.
Die Führungen finden in kleinen Gruppen statt, meist mit etwa sieben Personen. Nach dem Rundgang kannst du in der Dunkelbar bei einem Getränk oder einem Snack mit den Guides ins Gespräch kommen, ebenfalls in völliger Dunkelheit. Viele Besucher empfinden diesen Austausch als besonders wertvoll, weil er zum Nachdenken über die eigene Wahrnehmung anregt. Die Guides beantworten Fragen offen und schaffen durch Humor und Geduld eine entspannte Atmosphäre, in der Berührungsängste schnell verschwinden.
Neben dem Dialog im Dunkeln bietet das Dialoghaus Hamburg auch den Dialog im Stillen an. Dort führen dich gehörlose Guides durch schallisolierte Räume, in denen du ohne gesprochene Worte auskommen musst. Stattdessen kommunizierst du über Gestik, Mimik und Gebärdensprache. Beide Ausstellungen vermitteln einen praktischen Perspektivwechsel und lassen dich nachvollziehen, wie sich das Fehlen eines Sinnes auf die alltägliche Orientierung auswirkt.
Das Dialoghaus ist kinderfreundlich und bietet Ermäßigungen sowie Familienrabatte. Ein Besuch ist ab etwa zwölf Jahren gut möglich, wie mehrere Besucher berichten. Im Wartebereich vor der Führung gibt es interaktive Elemente, die bereits Einblicke in das Thema geben. Wer vor Beginn etwas Zeit mitbringt, kann dort schon einiges ausprobieren. Der Eingang und die Toiletten sind rollstuhlgerecht. Parkplätze in der Nähe sind gebührenpflichtig. Einige Besucher hätten gern nach der Tour Bilder der Räume gesehen, um ihre Vorstellung mit der Realität abzugleichen, doch das gehört nicht zum Konzept.
